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GA vom 20.11.2017

Tafeln brauchen Helfer

EINSATZ: In Rhauderfehn stoßen Ehrenamtler häufig an den Rand der Belastbarkeit

Von Marion Janßen

Auch in Leer wären weitere Freiwillige mehr als willkommen. Damit liegen die Ostfriesen im Landestrend. Überall fehlen neue Kräfte in der Lebensmittelausgabe.

RHAUDERFEHN/LEER - Sie sind für andere Menschen im Einsatz und gehen dabei oft an ihre Grenzen: Die Tafeln suchen dringend nach weiteren ehrenamtlichen Helfern. Während die Zahl der Kunden steige, fehle fast überall der Mitarbeiter-Nachwuchs, sagte der Vorsitzende des Landesverbands für Niedersachsen und Bremen, Manfred Jabs. Vor diesem Problem stehen auch die Tafeln in Rhauderfehn und Leer.

Derzeit seien fast 70 freiwillige Helferinnen und Helfer regelmäßig für die Rhauderfehner Tafel in Trägerschaft des Arbeitskreises Schule (AKSR) aktiv, sagt Tafelleiter Egon Plaisier, „Die Helfer spenden dabei jährlich 15 000 Stunden und mehr an Arbeitseinsatz und persönlicher Zeit. Mit großer Leidenschaft und einem vorbildlichen Maß an persönlicher Einsatzbereitschaft übernehmen sie ihre Aufgaben.“

Insgesamt habe sich die Kundenzahl deutlich erhöht und liege zurzeit bei insgesamt 550 bis 600 Menschen, die wöchentlich versorgt werden, betont Plaisier: „Auch die Warenbeschaffung hat zugenommen, demzufolge auch der Arbeitsaufwand. Die Mitarbeitet stoßen immer häufiger an den Rand der Belastbarkeit.“ Die Hilfe funktioniere nur wegen der hohen persönlichen Motivation eines jeden Einzelnen, sich über das Maß der Dinge einzusetzen: „Ansonsten wäre es kaum zu schaffen“. Bei Ausfällen etwa durch Krankheit, gerate die Einsatzplanerin im Tafelbereich ganz schön ins Schwitzen.

Ähnlich sieht es bei der Tafel in Leer aus: 23 Helfer sind dort im Einsatz. Lebensmittel werden täglich ausgegeben. „Es sind einige ganz treue Seelen dabei, die schon seit dem Tafelstart 2008 mitmachen“, sagt Andreas Poppen von der Leeraner Tafel. Neue Helfer zu gewinne, sei jedoch schwierig. „Das Ehrenamt ist nicht so gefragt - weil es eben keine Entlohnung gibt. Daran liegt es meistens“, so Poppen. Dabei wären neue Helfer mehr als willkommen. „Es sind jeden Tag Waren abzuholen, zu sortieren, auszugeben. Das ist viel Arbeit - und zwar eine, die nicht immer sauber ist. Jeder, der mit anfassen möchte, ist uns willkommen“, so Poppen.

In Niedersachsen und Bremen geben dem Landesverband zufolge derzeit 104 Tafeln gespendete Lebensmittel aus. Etwa 6.600 Ehrenamtliche leisteten 2,1 Millionen Arbeitsstunden im Jahr. Sie versorgen so täglich etwa 166.000 Menschen. Allein im Overledingerland, betont Egon Plaisier, seien etwa 5000 Menschen von Armut betroffen.

Infos: www.leeraner-tafel.de und www.aksr.de